Junge Frau legt beide Hände auf den Kopf und blickt nach vorn

Schmerzlexikon

Kopfhaut­schmerz

Wenn die Kopfhaut bei Berührung wehtut

Kopfhautschmerzen sind brennende, ziehende oder wunde Missempfindungen der Kopfhaut, oft genau dann, wenn du die Haare kämmst, wäschst oder zusammenbindest. Meist ist auf der Haut nichts zu sehen. Häufig hängen Kopfhautschmerzen mit Spannungskopfschmerz oder Migräne zusammen. Auch Zug an den Haaren, Stress und Kieferbeschwerden werden genannt. Seltener stecken Nervenreizungen oder eine Gürtelrose dahinter.

Was unter der Kopfhaut liegt

Zur Kopfhaut gehört eine feste Sehnenplatte, die Galea aponeurotica. Sie liegt wie eine Haube über dem Schädel. An ihr setzen vorn der Stirnmuskel (M. frontalis) und hinten der Hinterhauptmuskel (M. occipitalis) an. Seitlich, über den Ohren, liegt der Schläfenmuskel (M. temporalis), einer der kräftigsten Kaumuskeln.

Beim Spannungskopfschmerz ist die Muskulatur an Kopf und Nacken häufig druckempfindlich (Headache Classification Committee, 2018).

Wie sich Kopfhaut­schmerzen anfühlen

  • Brennende, ziehende oder drückende Empfindungen auf der Kopfhaut
  • Kopfhaut schmerzt bei Berührung, beim Bürsten, Waschen oder Zusammenbinden der Haare
  • Spannungsgefühl an Stirn, Schläfen oder Hinterkopf
  • Druckempfindlichkeit an einzelnen Punkten
  • Kopfschmerzen, Nackenverspannung oder Druck im Kiefer als Begleitbeschwerden (→ Kopfschmerzen)
  • Gelegentlich Gereiztheit, Lichtempfindlichkeit oder das Gefühl, die Kopfhaut sei wund

Ursachen von Kopfhaut­schmerzen

  • Kopfschmerzerkrankungen: etwa Spannungskopfschmerz oder Migräne; dazu kommen Auslöser wie Stress, Schlafmangel oder prämenstruelle Beschwerden.
  • Zug an den Haaren: Straffe Zöpfe, Haargummis oder schwere Frisuren belasten die Haarwurzeln.
  • Haltung von Kopf und Nacken: Lange Bildschirmarbeit oder eine ungünstige Schlafhaltung werden mit Nackenverspannung und Kopfschmerz in Verbindung gebracht.
  • Seltenere Ursachen: Gürtelrose (Herpes zoster), eine Reizung der Hinterhauptsnerven (Okzipitalneuralgie, Melchior et al., 2025), eine Trigeminusneuralgie, Hauterkrankungen oder eine Riesenzellarteriitis, eine entzündliche Erkrankung der Schläfenarterie.

Kopfhaut­schmerzen: Was tun?

Zuerst die Ursache klären, besonders wenn die Schmerzen neu sind. Je nach Befund sind diese Praxen zuständig:

  • Hausärztin, Hausarzt oder Neurologie: klären Kopfschmerzform und Nervenreizungen ab.
  • Dermatologie: wenn Rötungen, Schuppung oder Haarausfall dazukommen.
  • Zahnärztin oder Zahnarzt: wenn Pressen oder Knirschen mit hineinspielen.
  • Physiotherapie: behandelt Stirn, Schläfen, Nacken und Kaumuskeln und zeigt dir Selbstmassage.

Übungen aus der CRANii App zum Thema Kopfhaut­schmerzen

Ob die Videos zu deinen Beschwerden passen, hängt von der Ursache ab. Neue, starke oder anhaltende Kopfhautschmerzen lass zuerst ärztlich abklären, besonders mit Ausschlag oder Bläschen.

Arbeite sanft. Brennt die Haut, hör auf. Wird dir dabei schwindlig oder übel, brich die Übung ab. Lass wiederkehrende Beschwerden abklären.

Was der Kopfhaut im Alltag guttut

  • Haare locker tragen: ohne Zug auf Kopfhaut und Haaransatz, Zopf über Nacht öffnen.
  • Stirn, Kiefer und Nacken lockerlassen: Stirn glätten, Zähne auseinander, Schultern tief.
  • Trinken und regelmäßig essen.
  • Kleine Pausen: ein paar ruhige Atemzüge zwischendurch.
  • Wärme oder weiche Bürste: eine warme Kompresse am Nacken oder eine weiche Massagebürste ausprobieren, wenn dir das angenehm ist.

Wann Kopfhaut­schmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten

Lass Kopfhautschmerzen ärztlich abklären, wenn

  • ein Ausschlag oder Bläschen auftreten, auch erst nach einigen Tagen (Verdacht auf Gürtelrose),
  • du über 50 bist und neue Schmerzen an Schläfe oder Kopfhaut bemerkst, besonders mit Schmerzen beim Kauen, Sehstörungen oder Krankheitsgefühl (dann noch am selben Tag),
  • plötzlich sehr starke Kopfschmerzen auftreten oder Fieber und Nackensteife dazukommen (dann Notruf 144),
  • die Schmerzen nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf beginnen,
  • Haarausfall, Schuppung oder Rötungen dazukommen,
  • die Beschwerden über Wochen anhalten oder stärker werden.

Bei diesen Zeichen kommt die ärztliche Abklärung vor den Übungen; CRANii ersetzt keine Diagnose.

Häufige Fragen zu Kopfhaut­schmerzen

Warum tut meine Kopfhaut bei Berührung weh?

Häufig gehört der Schmerz zu einem Spannungskopfschmerz oder einer Migräne. Auch straffe Frisuren können die Kopfhaut reizen. Kommen Ausschlag, Bläschen oder Fieber dazu, lass das ärztlich ansehen.

Hilft Gua Sha bei Kopfhautschmerzen?

Gua Sha ist eine Streichmassage mit einem flachen Werkzeug. Studien speziell zu Kopfhautschmerzen sind uns nicht bekannt. Arbeite sanft und lass neue oder starke Schmerzen vorher abklären.

Quellen

  1. Headache Classification Committee of the International Headache Society (2018): The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia. PubMed

  2. Melchior AG et al. (2025): Epidemiology and clinical features of occipital neuralgia: A systematic review and meta-analysis. Cephalalgia. PubMed